Aufbau eines wettbewerbsfähigen kommunalen Kooperationsunternehmens für Betrieb und Service von Glasfaser
Steigender Wettbewerbsdruck durch etablierte Telekommunikationsanbieter und Infrastrukturinvestoren sowie begrenzte Skaleneffekte einzelner Stadtwerke erfordern eine strategische Neuausrichtung des Telekommunikationsgeschäfts im kommunalen Umfeld. Vor diesem Hintergrund wurde eine gemeinsame Telekommunikationsgesellschaft gegründet.
Ziel war der Aufbau eines gemeinsamen, wettbewerbsfähigen Kooperationsunternehmens, das Betrieb, Vertrieb und Service von Glasfaserinfrastruktur und Endkundenprodukten bündelt und gleichzeitig die kommunale Eigentümerstruktur der Netzinfrastruktur erhält.
Wir unterstützten beim Aufbau der Gesellschaft durch ein integriertes Setup aus Target Operating Model, Business Case, Governance, Vertragswerk und Migrationsplanung – und schufen damit die Grundlage für eine skalierbare, operativ funktionsfähige Telekommunikationsplattform.
100000
+Kundinnen und Kunden auf einer gemeinsamen Plattform gebündelt
Vom Einzelansatz zur gemeinsamen Wettbewerbsfähigkeit
Ausgehend von umfangreichen Investitionen in den Glasfaserausbau erkannten die beteiligten kommunalen Unternehmen die Grenzen ihrer eigenständig betriebenen Telekommunikationssparten. Beide verfügten über leistungsfähige Netzinfrastrukturen, konnten jedoch aufgrund begrenzter Größe und fehlender Skalierung nur eingeschränkt im Wettbewerb mit überregionalen Telekommunikationsanbietern bestehen.
Vor diesem Hintergrund entstand die strategische Entscheidung, die eigenen Kräfte zu bündeln. Ziel war es, durch eine gemeinsame Organisation von Betrieb, Vertrieb und Service die notwendige Größenordnung zu erreichen, Skaleneffekte zu realisieren und damit die Wirtschaftlichkeit des Telekommunikationsgeschäfts nachhaltig zu steigern.
Gleichzeitig sollte eine Struktur geschaffen werden, die die Auslastung der bestehenden Netze verbessert, Kosten senkt und langfristig eine wirtschaftliche Betriebsführung ermöglicht.
Die zentrale Fragestellung lautete daher:
Wie lässt sich ein wettbewerbsfähiges Telekommunikationsmodell aufbauen, das Skaleneffekte nutzt, ohne kommunales Eigentum und Einfluss aufzugeben?
Klare Trennung von Infrastruktur und Betrieb als neues Modell
Mit der neuen Gesellschaft wurde ein Modell umgesetzt, das im kommunalen Telekommunikationsumfeld neue Maßstäbe setzt: Mehrere Stadtwerke bündeln ihre Telekommunikationsaktivitäten in einer gemeinsamen Plattform und schaffen damit eine zentrale Einheit für Betrieb und Vermarktung.
- Netzinfrastruktur verbleibt in den kommunalen NetCos – Sicherung des Eigentums
- Betrieb, Vertrieb und Service werden zentral gebündelt – Realisierung von Skaleneffekten
- Gemeinsame Plattform statt paralleler Organisationen – höhere Marktschlagkraft
Damit entsteht eine Struktur, in der mehrere Netze gemeinsam betrieben werden und alle Partner an den Vorteilen eines größeren, integrierten Netzbetriebs partizipieren.
Die wirtschaftliche Logik ist klar: Erst durch die Bündelung von Markt- und Betriebsaktivitäten wird die notwendige Größenordnung erreicht, um die bestehenden Netzinvestitionen langfristig wirtschaftlich zu betreiben.
Zugleich ermöglicht die Plattform einen offenen Marktzugang (Open Access), sodass neben eigenen Produkten auch Drittanbieter integriert werden können und zusätzliche Auslastung entsteht.
Integriertes Setup für Joint Venture und Transformation
Der Aufbau der Gesellschaft erforderte ein eng verzahntes Zusammenspiel aus strategischer Konzeption, Verhandlung und operativer Umsetzungsplanung. Wir etablierten ein ganzheitliches Setup entlang aller kritischen Handlungsfelder:
- Target Operating Model und Organisationsstruktur
- Business Case und Synergiemechanik
- Governance und Gesellschaftermodell inkl. Vergütungs- und Beteiligungsstruktur
- Migration und Umsetzungsplanung
Dabei wurden sowohl technische als auch kaufmännische Funktionen (Betrieb, Vertrieb, Kundenservice) in einer zentralen Organisation gebündelt und gleichzeitig die strukturierte Überführung bestehender Aktivitäten in die neue Gesellschaft vorbereitet.
Skalierung als Voraussetzung für Wettbewerbsfähigkeit
Mit der neuen Plattform wurde die Grundlage für eine nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit kommunaler Telekommunikationsanbieter geschaffen. Durch die Bündelung von Betrieb und Vertrieb entsteht eine kritische Größe, die eine effizientere Vermarktung ermöglicht, die Auslastung bestehender Netze verbessert und einheitliche Produkte und Services schafft.
Darüber hinaus erlaubt die gemeinsame Plattform einen effizienteren Einsatz knapper Ressourcen und stärkt die Position im Wettbewerb gegenüber überregionalen Anbietern und Plattformbetreibern.
Eine Blaupause für kommunale Kooperation im Telekommunikationsmarkt
Das Projekt zeigt exemplarisch, wie kommunale Unternehmen im Telekommunikationsmarkt durch konsequente Kooperation und klare Rollentrennung zwischen Infrastruktur und Betrieb erfolgreich skalieren können.
Durch die Kombination aus kommunaler Verankerung und unternehmerischer Skalierung entsteht ein Modell, das sowohl wirtschaftlich tragfähig als auch strategisch zukunftsfähig ist.